Wie sähe der Schinder-Bundestag aus???

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Ablaze
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Beitrag von Ablaze » Mi 21. Sep 2005, 23:10

Ich würde mal sagen das beide "groß" Parteien den bezug zur realität komplet verloren haben.
Sonst würden nicht beide Seiten groß rumposaunen das sie jetzt die Mehrheit haben und den absoluten Wählerauftrag.
Und sind aber blos bei 1/3 der Stimmen und 1% unterschied.

Da kann man nur annehmen das die alle total auf Drogen sind ...
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Gwom deEstartu
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Wodka statt Jamaika "Schrjoder"-Schock am Pazifik

Beitrag von Gwom deEstartu » Do 22. Sep 2005, 11:37

Von Boris Reitschuster, Wladiwostok

Es hätte eine Flucht werden können. Weg vom Wahl-Trubel, so weit wie möglich, ans andere Ende der Welt. So freute ich mich, dass ich ausgerechnet in der Wahlwoche nach Wladiwostok musste, Russlands Vorposten am Pazifik, östlich von Peking und nur einen Landeanflug weit weg von Japan. Über 8000 Kilometer und neun Stunden Zeitunterschied sollten ausreichen, um die nötige Distanz zu den Ereignissen in Deutschland zu haben, hoffte ich.

Nächtliche Ruhestörung

Bis mitten in der Nacht der erste Vorbote des Schreckens kam. Um drei Uhr – in Deutschland waren gerade punkt 18 Uhr die Wahllokale geschlossen – riss mich mein Handy derart unsanft ans dem Schlaf, dass das altersschwache Bettgestell nur mit lautstarkem Gekrächze der Schwerkraft standhielt. Doch es kann nicht allein daran gelegen haben, dass die polyphone Klingelei in meinen Ohren wie ein Schmerzensschrei klang.

Aufrüttelnde Prognose

Auf dem Display erschien eine SMS, von einer Freundin aus Deutschland: Eigentlich hatte sie nur das getan, worum ich sie gebeten hatte – die erste Prognose gesandt. Das war gut gemeint – aber gnadenlos: Angesichts dessen, was es mitzuteilen gab, hätte sie besser ein Auge beziehungsweise das Handy zudrücken und mir wenigstens noch ein paar ruhige Stunden bescheren sollen.

Wettlauf mit der Technik

Ich bin nachts um drei nicht stark im Kopfrechnen, doch ich konnte anhand der Prognose abzählen, dass es auf ein Patt hinausläuft. Schlechter als im Rechnen bin ich im schlaftrunkenen Zustand offenbar im Analysieren: Denn ich konnte noch nicht ahnen, welch Kuckucksei mir die deutschen Wähler da 8000 Kilometer westlich in mein vorübergehendes pazifisches Nest gelegt hatten.

Wie ein Militärfunker auf verlorenem Außenposten in der Taiga versuchte ich die ganze Nacht verzweifelt, allen Störsignalen zu trotzen und per SMS und Schnecken-Internet dem Wettlauf um Mandate und Prozente zu folgen.

Schröder statt Plinsen

Es war ein taktischer Fehler, die Reise in den Fernen Osten ausgerechnet mit russischen Politikern anzutreten. Wären da handfeste Hafenarbeiter oder beflissene Basarhändler mit mir zum Frühstück gegangen – die schlimmsten Peinlichkeit wäre mir erspart geblieben und ich hätte wohl nur über die Vorzüge deutscher Autos Rede und Antwort stehen müssen.

So aber bekam ich noch vor den obligatorischen Plinsen mit Smetana die böse Frage serviert: „Und? Merkel oder Schrjoder?“, wie der Kanzler im russischen ohne Umlaut ausgesprochen wird.

Wodka statt Jamaika

Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen müssen meine russischen Begleiter zu dem Schluss gekommen sein, dass ich in der Nacht weniger in die Wahlen als ins Wodkaglas vertieft war: Nach einer Schrecksekunde stammelte ich etwas von Jamaika, Ampel, Patt und Nachwahlen in Dresden.

Meine Tischnachbarn schüttelten mitleidig den Kopf: „Nein, nein, wir wollen wissen, wer Kanzler wird? Schrjoder oder Merkel.“

Wie in Florida

Zehn Minuten hielten sich beide Seiten wacker: Ich kämpfte mit der Logik – die Russen mit dem Lachen. Tapfer verwies ich auf mein Alibi – die Internet-Verbindung, die so holprig und übersät mit Schlaglöchern ist wie die Straßen hier im Fernen Osten. Nach fünfzehn Minuten nahm das Gegenfeuer überhand. „Und Ihr werft uns vor, wir Russen seien chaotisch? Das ist ja schlimmer bei Euch als bei den Amerikanern in Florida“.

Hoffnung auf Notlüge

Ich sage etwas von Kollateralschäden der Demokratie, blicke aus dem Fenster auf den Pazifik und beiße mich an meinen Plinsen fest. Doch meine Hoffnung, das schlimmste sei überstanden, ist trügerisch. Beim Mittagessen kommen die nächsten Fragen: „Wann wird klar sein, ob es Schrjoder oder Merkel wird?“ –

„Dann, wenn Eure Internet-Verbindung in Wladiwostok flüssiger wird“, versuche ich mich mit einer schelmischen Notlüge aus der Affäre zu ziehen – in der Hoffnung auf den Faktor Zeit.

Trojanisches Pferd

Doch die Heimat lässt mich auf meinem Vorposten im Stich. Als ich am Abend in ein neues Hotelzimmer umziehen muss, eröffnet mir die nichts ahnende Etagenfrau vor meinen russischen Begleitern, dass ich von der neuen Bleibe aus drahtlos mit Höchstgeschwindigkeit ins Internet kann. Bis jetzt dröhnen mir die Kommentare in den Ohren: „Oh, dann erfahren wir in Kürze, wer Kanzler wird.“

Unmoralische Sieger

Inzwischen sind drei Tage seit der Wahl vergangen, und meine Lage als wandelndes Wahlbarometer am Ende der Welt wird immer aussichtsloser. Schröder, stets ein bedingungsloser Persilschein-Lieferant für den autoritären Kreml-Chef Putin, sei der „moralische Wahlsieger“, verkünden kremltreue Zeitungen mit viel Zweckoptimismus. Was ein moralischer Sieger ist, wer den unmoralischen Gewinner gibt und wer den wirklichen, wollen die Russen schelmisch von mir wissen. Ich kaue Plinsen.

Krisen-Warnung

Die Militärzeitung so „Krasnaja Swesda“ spricht gar von einer „Deutschen Sackgasse“ und sagt der Bundesrepublik Instabilität und Wirtschaftskrise voraus. „Pack Dir lieber noch die Reste vom Mittagessen ein“, neckt mich einer meiner russischen Weggefährten.

Russische Hilfe

„Wir haben Mitleid mit Euch, aber wir sind bereit, Entwicklungshilfe zu leisten“, meint einer der Russen neckisch: „Putin soll seinem Freund Schröder den Vorsitzenden unserer Wahlkommission als Gastarbeiter schicken. Der ist so clever, mit dem steht schon fest, wer Kanzler wird, bevor die Wähler an die Urnen gehen!“
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Tammy
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Beitrag von Tammy » Do 22. Sep 2005, 11:40

Wäre lustig, wenns nicht traurig wäre....die heutige Meldung der SPD, doch noch durch einen Trick die stärkste Fraktion zu werden hat dafür gesorgt, daß ich dieser Partei auf Jahrzehnte keine Stimme geben werde und hinge das Wohl Deutschlands daran.
Mag das auch nicht weiter ausführen, inzwischen wurde ja auch zurückgerudert, die Medien sind ja voll davon.
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Beitrag von Finisher » Do 22. Sep 2005, 11:59

Jupp, das is der Hammer...

Auf was für Ideen man kommen kann. :rolleyes:

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Tammy
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Beitrag von Tammy » Do 22. Sep 2005, 12:13

Frei nach dem Motto:

Wir ändern die Regeln so lange, bis wir gewinnen, auch wenn wir nur noch 5% bekommen :rolleyes:

Demokratie kann man auch mit Füßen treten....

Ich gebe den Tipp ab und gehe da mit einigen Politikexperten konform daß, gäbe es eine Neuwahl, die SPD ettliche Prozente verlieren dürfte.
Ich ahne aber, woher der Schröder seine Prozente hat, aus dem Wirtshaus am Tresen....
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EismannHSV
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Beitrag von EismannHSV » Fr 23. Sep 2005, 10:03

naja, fragen wird hier ausgewichen und antworten überlesen....... hat also wenig sinn hier noch zu schreiben.
semper fidelis

Demokratie verkauft man nicht. HFC Falke e.V.

Unter Wasser regnet es nicht :) PADI-Rescue-Diver

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